Vortrag: Mit der Lizenz zum Töten – Göppinger Kriegsunternehmer und Söldner auf den internationalen Gewaltmärkten der Frühen Neuzeit

Datum: 16. Juni 2026, 19:00
Ort: Museum im Storchen

Einen besonderen Aspekt früher Arbeitsmigration beleuchtet ein Vortrag des Leiters von Archiv und Museen, Dr. Dominik Gerd Sieber, am Dienstag, 16. Juni. Dabei geht es unter dem Titel „Mit der Lizenz zum Töten“ um Göppinger, die sich in der frühen Neuzeit in fremde Solddienste begaben. Die kostenlose Vortragsveranstaltung, die um 19 Uhr im Foyer des Museums im Storchen beginnt, ist Teil des Begleitprogramms der derzeit im Museum gezeigten Sonderausstellung zur globalen Stadtgeschichte und findet in Kooperation mit dem Geschichts- und Altertumsverein Göppingen statt. Die Epoche zwischen 1500 und 1800 war geprägt von Kriegen. Dabei standen sich die Mächte der Zeit nicht nur in Europa auf dem Schlachtfeld gegenüber, sondern auch auf den Weltmeeren und auf fremden Kontinenten. Der Bedarf an Kombattanten war dementsprechend hoch und angesichts des Fehlens einer allgemeinen Wehrpflicht mussten in der Vormoderne für vergleichsweise gute Bezahlung Soldaten angeworben werden. Auch Göppinger zogen damals gegen bare Münze in den Krieg. Während der Großteil von ihnen als einfache Söldner ihr Auskommen suchte, stiegen andere zu erfolgreichen Kriegsunternehmern auf, die mitunter internationale Karrieren machten. Erwähnt sei hier etwa die Familie von Degenfeld, die in schwedischen, niederländischen, venezianischen und preußischen Diensten stand.